Kunst und Gold

Künstlerische Gestaltung mit Silber und Gold – Die ideale Verbindung von Kunst und Handwerk in vielseitigen Techniken

Geschnitzte und vergoldete Wandapliken
Bildhauerei bzw. Schnitzkunst nach Tradition. Stephan Oismüller – Apliken für das Palais Batthyany, Herrengasse, Wien. Fertigstellung 2018. Arbeiten: Schnitzerei (Linde), Drechseln, Vergolden

Die künstlerische Gestaltung mit Silber und Gold stellt eine ideale Verbindung von Kunst und Handwerk dar und nutzt bis heute vielseitige, hochentwickelte Techniken. Die Arbeit mit hauchdünn geschlagenen Blattmetallen besitzt eine beeindruckend lange Tradition, die bis zu den Pharaonen zurückreicht. Von der Antike bis in die Gegenwart lässt sich die Verwendung von Blattgold und Blattsilber in Kunst und Kunsthandwerk eindrucksvoll nachvollziehen.

Vergoldung in der Geschichte

Jede Epoche hat ihre eigenen Stilmittel, Anwendungen und Ausdrucksformen hervorgebracht. In mittelalterlichen Handschriften verlieh Blattgold religiösen Motiven eine fast übernatürliche Strahlkraft. Später nutzten Kunsthandwerker Gold und Silber, um Möbel, Skulpturen und architektonische Details zu veredeln.

Vergoldung in der modernen Kunst

Auch in der modernen Kunst dienen die edlen Metalle als Mittel, um Licht, Reflexion und Tiefe neu zu interpretieren. Die Verarbeitung erfordert präzise Handgriffe, ein geschultes Auge und ein tiefes Verständnis der Materialien. So entsteht ein harmonisches Zusammenspiel von technischer Fertigkeit und ästhetischem Anspruch. Bis heute fasziniert die Blattmetallkunst durch ihren zeitlosen Glanz und ihre Fähigkeit, Objekten eine besondere, fast magische Ausstrahlung zu verleihen.

Brain³ – Think Series

Ein besonderes Beispiel meiner Arbeit ist ein Würfelhirn aus meiner Think-Serie, das ich vollständig in feinster Blattvergoldung ausgeführt habe. Während viele Künstler ihre Objekte lediglich zum Vergolden auslagern, entsteht bei mir alles aus einer Hand: von der Vorbereitung über die gestalterische Umsetzung bis hin zur finalen Veredelung. Diese vollständige Kontrolle macht jedes Stück nicht nur authentischer, sondern auch wesentlich originaler, weil Idee, Handwerk und Ausführung nahtlos ineinandergreifen.

Vergoldung
Stephan Oismüller, 2018, Brain³ Think Series – vergoldet in Polimenttechnik

Gerade bei einem Brain³ liegt die Herausforderung darin, seine tiefere Bedeutung zu respektieren: Es steht für Metakognition, also das Nachdenken über das eigene Denken, für bewusst gelenkte Aufmerksamkeit und für die Fähigkeit, gedankliche Muster zu erkennen und zu steuern. In dieser Form wird Think zu einem Sinnbild für gedankliche Klarheit und Selbstreflexion. Die Vergoldung mit Blattgold verstärkt diese symbolische Ebene: Gold steht traditionell für Erleuchtung, Erkenntnis und Wertbeständigkeit und verleiht dem Objekt eine fast meditative Strahlkraft. Dadurch entsteht ein Kunstwerk, das geistige Tiefe und ästhetische Intensität in besonderer Weise miteinander verbindet.

Als Restaurator und Vergolder lege ich größten Wert auf Präzision, Materialkenntnis und akribische Genauigkeit. Jeder Arbeitsschritt wird sorgfältig ausgeführt, denn nur so entsteht eine Oberfläche, die nicht nur glänzt, sondern auch Bestand hat. Die Verbindung von handwerklicher Perfektion, künstlerischem Ausdruck und inhaltlicher Tiefe macht jedes meiner Stücke zu einem Unikat mit besonderer Ausstrahlung.

Weitere vergoldete Kunstwerke:

Golden Handshake - Ölvergoldung
Golden Handshake, 2019, Ölvergoldung, Griff – Schellackpolitur

 

Icecream vergoldet Weißgold
Ice Cream, 2016, Sockel polimentvergoldet, Weißgold

 

Pipi, 2012, Gehäuse polimentvergoldet
Pipi, 2012, Gehäuse polimentvergoldet

 

Popo, polimentvergoldeter Baumschwamm
Popo, 2017, polimentvergoldeter Baumschwamm
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